Im Herbst 2009 weckte der Dackelwelpe einer Freundin in mir den Wunsch, selbst einen Hund zu besitzen. Ich hätte nie gedacht, dass dies mir passieren könnte. Schon als kleines Kind hatte ich mich vor Hunden gefürchtet, in meinem näheren Umfeld hatte es bisher nie Hunde gegeben und als Aushilfsbriefträgerin während meines Studiums hatte ich viele schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht. Aber nun war er da: Mein Hundewunsch.

 

Bei der Suche nach einer geeigneten Rasse stieß ich auf die Beschreibung der Norfolk Terrier. Mir gefiel, was da stand. Noch begeisterter war ich, als ich Bilder sah. Die ersten lebendigen Exemplare lernte ich bei Frau Dr. Hinsch in Blender kennen. Dort verguckte ich mich in ein 14 Wochen altes Hundemädchen. Nachdem ich die Züchterin überzeugt hatte, dass diese kleine Maus bei meiner Familie und mir  gut aufgehoben sei, durfte ich sie zwei Wochen später abholen. Fine, wie ich sie nannte, fügte sich schnell bei uns ein. Sie war für alles zu begeistern: Welpenspielstunden, Ausflüge in den Wald oder in die Stadt, Campingurlaube. Sie entwickelte sich zu einem sehr aktiven Hund, der immer auf der Suche nach neuen Abenteuern war. Schon bald kam der Wunsch nach einem Spielgefährten für sie auf. Aber ich geduldete mich noch etwas, um nicht gleichzeitig zwei Hunde zu haben, die mit Vorliebe Blödsinn machen. Im Herbst 2010 zog dann Lotta mit 16 Wochen bei uns ein. Lotta liebt Sofakissen oder einen gemütlichen Schoß. Sie geht es eher ruhig an. Aber draußen, besonders wenn sie Rehe oder Kaninchen  sieht, dann zeigt sich echtes Terrier-Temperament. Wenig später kam der Gedanke auf, diese Rasse nach den Richtlinien des VDH und des KFT (Klub für Terrier) zu züchten. Ich ging mit meinen Hündinnen auf Ausstellungen, erwarb für Fine die Zuchtzulassung. Ich selber besuchte ein Züchterseminar und gründete den Zwinger „van de Erdmanntjes“.  Als ich dann bei Frau Dr. Hinsch den sechs Jahre alten Rüden Toby sah, fiel die Entscheidung für einen eigenen Zuchtrüden. Denn, wo zwei kleine Hunde genügend Platz haben, da reicht es auch für einen dritten. Toby vervollständigt seit Herbst 2011 das kleine Rudel und führt es seitdem mit Ruhe und Übersicht.

(Frühjahr 2012)

 

Inzwischen hat sich einiges bei uns geändert. Wir wohnen nicht mehr in einer Siedlung in der Kleinstadt Quakenbrück. Unser Plan war es gewesen, im Alter, wenn wir beide nicht mehr arbeiten, einmal aufs Land zu ziehen. Aber ...  es läuft nicht immer alles nach Plan. Ich träumte immer häufiger davon, die Hundezucht ein wenig zu vergrößern, einen größeren Garten zu pflegen. Mein Mann träumte davon, mehr Platz für seine Hobbys zu haben. Und dann stand auf einmal im Herbst 2013 ein Resthof in Alleinlage im Emsland zum Verkauf, der alles bot, was wir uns erträumten.  Da haben wir einfach zugegriffen.

 

In unserem Rudel hat es auch mehrere Veränderungen gegeben. Fine und Toby sind leider verstorben. Wir vermissen sie sehr. Andere Hunde sind dazu gekommen, so dass sich das Rudel etwas vergrößert hat.

Unsere Hunde sind echte Familienhunde, die mit uns gemeinsam leben. Sie teilen mit uns Haus und Garten, sie begleiten uns auf Stadt- und Landausflügen, sie besuchen mit uns Freunde, sie schauen mit uns fern, sie reisen mit uns mit dem Wohnmobil, unternehmen mit mir täglich eine lange Waldwanderung. Sie fügen sich überall gut ein. Norfolk Terrier sind Hunde, die man, wenn man möchte, immer dabei haben kann. Wir können sie aber auch problemlos allein lassen. Sie finden es nicht toll, aber verschlafen unsere Abwesenheit und freuen sich dann umso mehr bei unserer Rückkehr.

(Frühjahr 2015)